Was sind Laktattests und was bewirken sie?

Viele Berufs- und Hobbysportler wollen in ihrer Sportart Höchstleistungen erbringen. Um das zu bewältigen und zum Beispiel einen Marathon zu laufen, genügt einfaches Training nicht. Der Körper muss an die hohen sportlichen und damit auch körperlichen Anforderungen herangeführt werden. Zuallererst wird auf professionelles Sportgerät geachtet, professionelle Turnschuhe können aber die Leistungsdiagnostik nicht ersetzen. Zu Beginn setzten alle auf Herzfrequenzmessgeräte, die am Handgelenk getragen wurden. Heute findet man diese Geräte bei allen Hobbysportlern, egal ob es sich um Jogger, Radfahrer, Schwimmer oder andere Hobbyathleten handelt. Heute zählen Laktattests zu den wichtigsten Testverfahren für die Leistungsfähigkeit von Hobby- und Freizeitsportlern.

Was ist Laktat und was bewirkt es?

Laktat entsteht bei unvollständiger Verbrennung von Glukose und ist das Salz der Milchsäure. Je nach Belastungsintensität und Trainingszustand der Muskulatur entsteht bei Überanstrengung eine Übersäuerung durch zu wenig Sauerstoffzufuhr. Mit einem Laktattest wird der Laktatgehalt im Blut und damit der Belastungszustand jedes Sportlers ermittelt. Dabei wird die sogenannte anaerobe Schwelle bestimmt, das ist die jeweilige Belastungsgrenze, bei welcher in der Muskulatur ein Minus an Sauerstoff entsteht und dadurch die eigene Leistungsfähigkeit sinkt. Bei den meisten Hobbysportlern liegt diese Schwelle bei 4 Millimol pro Liter Zentration von Laktat im Blut.

Wie wird der Laktatwert ermittelt?

Blutabnahme bei ProbandinUm den Laktatwert zu ermitteln, muss die Testperson eine sportmedizinische Untersuchung bei einem Sportarzt oder einer sportmedizinischen Einrichtung absolvieren. Dabei wird ein circa zwanzig Minuten dauernder Belastungstest durchgeführt, entweder auf einem Ergometer oder Laufband. Die Belastung wird dabei in Stufen immer weiter erhöht, zum Beispiel könnte man alle vier Minuten eine Steigerung von 30 Watt vornehmen, bis zur Erschöpfung des Sportlers. Nach jeder Erhöhung der Belastung wird dem Probanden von der Fingerkuppe oder dem Ohr Blut abgenommen und danach im Labor auf den Laktatwert geprüft.

Mit dem Laktatergebnis das Training individuell anpassen

Der Laktattest zeigt dem Freizeitsportler seine Fähigkeiten in Bezug auf seine Belastbarkeit und ist eine wichtige Erstinformation auf welches das Training aufgebaut werden kann. Somit kann der Sportler seine Trainingsgestaltung genau auf seine Bedürfnisse aufbauen und bekommt somit die ideale Hilfe zur Trainingskontrolle, Trainingsgestaltung und Wettkampfplanung.

Laktattests sollten mit anderen Methoden kombiniert werden

Laktattests zeigen also die Belastbarkeit auf, können aber nicht erklären, warum einige Sportler auf einen bestimmten Trainingsreiz ansprechen und andere nicht. Kein Körper gleicht dem anderen und in jedem Körper wird der Stoffwechsel durch das Training anders angekurbelt. Das heißt, dass der Laktatwert alleine nicht aussagekräftig ist, denn Wissenschaftler haben festgestellt, dass einige Sportler auf hochintensives Intervalltraining nicht und andere wiederum sehr gut ansprechen.