Rollstuhlbasketball: trotz Handicap, Schnell und spannend

Sportler im SportrollstuhlRollstuhlbasketballer können nicht gehen, dennoch werfen, blocken und passen sie. Es wurde bei dem Rollstuhlbasketball ein eigener Spielstil entwickelt und auch vor Kollisionen schrecken die Spieler nicht zurück. In Deutschland gibt es nur insgesamt etwa 3.000 Rollstuhlbasketballer. Es ist daher nicht einfach, einen Verein zu finden, sich dort anzumelden, zu trainieren und zu spielen. Während es bei dem Rollstuhlbasketball nur etwa 3.000 aktive gibt, sind es bei dem Deutschen Basketball Bund über 190.000 Mitglieder. Unter den Rollstuhlbasketballern befinden sich nicht nur Gehbehinderte, sondern auch sogenannte Fußgänger befinden sich darunter. Es handelt sich dabei oft um Menschen, die trotz Behinderung mit Prothesen laufen. Nach schweren Verletzungen bleiben auch viele Nichtbehinderte bei dem Rollstuhlbasketball. Die Sportart ist somit eine richtige Integration, denn Nichtbehinderte spielen gemeinsam mit Behinderten. Die Sportart ist für Frauen und Männer gleichermaßen geeignet. Für den Erfolg arbeiten die Spieler zusammen als Team und messen sich im Wettkampf. Dies ist zumindest auf nationaler Ebene der Fall, denn bei den Nationalmannschaften treten nur Behinderte an.

Unterschiede gibt es auch bei den behinderten Rollstuhlbasketballern. Wer beide Unterschenkel verliert, der kann dennoch stabil in dem Sportrollstuhl sitzen. Diese Spieler können einen Kontakt deutlich besser wegstecken wie andere Spieler. Andere Spieler können beispielsweise von der Hüfte abwärts gelähmt sein. Genau durch diese körperlichen Unterschiede wurde auch Klassifizierungssystem eingeführt. Im Training wird überwiegend gefahren und dies oft auch ohne Ball. Wird auf engstem Raum gewendet und gestoppt, dann quietschen die Reifen oft. Rasseln zwei Spieler ineinander, dann scheppert und kracht es. Immer wieder kippen Spieler auch aus Ihrem Stuhl, was allerdings alles kein Problem darstellt. Beim Rollstuhlbasketball sind besonders Wendigkeit, Schnelligkeit und Athletik wichtig. Immer wird die Kraft aus den Armen genommen und sie stellen den Motor des Spiels dar. Alles kommt aus dem Oberkörper und so Wurf und Fortbewegung. Es bedarf einer enormen Kondition, wenn eine halbe Stunde von vorne nach hinten gefahren wird und die Hand im Anschluss bei dem Wurf nicht wackelt. Bei europäischen Spitzenclubs können die Top-Profis heute bis zu 120.000 Euro jährlich verdienen.

Das Rollstuhlbasketball ist eine Disziplin der Paralympics und eine Behindertensportart. Auch Nichtbehinderte dürfen neben den Menschen mit körperlicher Behinderung mitspielen. Die Regeln sind in manchen Punkten an die Anforderungen einer Rollstuhlnutzung angepasst und sonst sie allerdings den Regeln von dem klassischen Basketball angelehnt. Das Klassifizierungssystem ist sehr wichtig, denn hier wird ein Ausgleich zwischen Mitspielern mit verschieden starken Behinderungen hergestellt. Gespielt wird bei dem Rollstuhlbasketball viermal zehn Minuten und das Team besteht aus bis zu sieben Ersatzspielern und fünf Feldspielern. Eine zweiminütige Pause gibt es nach dem ersten und dritten Viertel und eine fünfzehnminütige Pause nach dem zweiten Viertel. Herrscht am Ende Punktgleichheit, dann wird das Spiel um fünf Minuten verlängert. Bis zur Spielentscheidung kann dies gegebenenfalls wiederholt werden. Es gibt den Spielball und damit soll der Korb getroffen werden. Bei einem Freiwurf zählt der Treffer einen Punkt, befindet sich der Spieler innerhalb der Dreipunktelinie und trifft, dann gibt es 2 Punkte. Außerhalb der Dreipunktelinie bringt der Treffer sogar 3 Punkte. Die Spieler müssen auch bei dem Rollstuhlbasketball dribbeln und dies immer bei der Kontrolle über den Ball. Mit den Füßen darf die Spielfläche während des Spiels nicht berührt werden.